Du bist angekommen...
Meine Geburtserfahrung
In der Nacht zum Montag 17.11.2025 wurde ich nachts gegen 3 Uhr früh mit starken Magenschmerzen wach. Ich habe mir erst nicht viel dabei gedacht, hat man ja mal. Ich dachte vllt, die Magenschleimhaut, weil am 21.11. der ET war und es ja jederzeit losgehen könnte.
Ich habe mal eine halbe Banane gegessen, in der Hoffnung, der Magen beruhigt sich, wenn er etwas zu tun hat. ich habe dann auch mal meinen Blutdruck gemessen, der den Tag davor schon immer hoch war (180/110) und was soll ich sagen er lag bei 176/110... ich bekam dann auch leichte Rückenschmerzen und habe um 7 meinen Mann geweckt und wollte zum Krankenhaus, da ich ein mulmiges Gefühl hatte...
Gegen 7:30 Uhr fuhren wir zu unserem Krankenhaus und haben uns angemeldet.
Dann wurde erstmal ein CTG gemacht und Blutdruck gemessen. CTG in Ordnung, Blutdruck wie gehabt, Fieber auch kein. Dann wurde mir ein Zugang gelegt und ich wurde untersucht, Blut abgenommen und Ultraschall. Ich wurde gefragt, wo die Schmerzen waren und zeigte mittig auf meinen Magen. Man ging von Sodbrennen auf und gab mir Maoloxan. Damit wurde es etwas besser. Wir sprachen dann ab, dass wir einleiten, wegen des Blutdrucks. Ich bekam eine Angusta und wurde aufgeklärt, dass es aber trotzdem noch 2 Tage oder so dauern kann... Ich sollte dann schon mal auf mein Zimmer und in einer Stunde wieder zum CTG. Währenddessen bekam ich auf etwas für den Blutdruck, brachte aber nichts. Ich wurde gefragt, ob mir schwindelig sei, ich Sternchen sehe oder Kopfschmerzen habe, was ich verneinte.
Ich schlief dann mal etwas und später beim CTG alles unauffällig. Ich bekam dann noch eine Tablette und sollte später wieder kommen. Es war mittlerweile 17 Uhr und das Abendessen wurde gebracht. Da wir quasi noch nüchtern waren, sollten wir etwas essen und danach wieder zur Ärztin und zum CTG.
Ich hatte gerade einmal in eine Minifrikadelle gebissen, da kam die Schwester und meinte wir sollen bitte sofort zur Ärztin, da meine Werte da sind und sie nicht gut seien. Wir also so schnell wie möglich hin.
Die Ärztin war sehr einfühlsam und erklärte mir, dass ich positiv auf Hellp getestet wurde.. ich hatte keine Ahnung was das ist, auf jeden Fall erklärte sie mir, dass meine Magenschmerzen nicht vom Magen, sondern von meiner Leber kamen und die Rückenschmerzen von der Niere, on top der hohe Blutdruck und ich fragte dann, wie ich so eine natürlich Geburt durchstehen soll und sie schüttelte zustimmend den Kopf... ich entgegnete nur: "Also wird es ein Kaiserschnitt?". Sie nickte und ich fragte wann (ich dachte vielleicht morgen) und sie sagte "jetzt". Mir schwirrte der Kopf.. sie erklärte mir dann dass noch alles in Ordnung sei, wir aber jetzt etwas tun müssen. Ich fragte noch, wer die OP durchführt und sie hebte, wie in der Schule den Finger. Sie wirkte irgendwie beruhigend. Ich sagte dann nur, dass ich ja eine Vollnarkose bekäme, was ja so abgesprochen war. Erst verneinte sie das, als sie aber nochmal meine Werte ansah, stellte sie fest, dass meine weißen Blutkörperchen immer weiter stiegen und die Roten immer weiter abbauten, es blieb also nur eine Vollnarkose. Es gab nur Bedanken, weil ich ja kurz vorher etwas gegessen hatte. Dann ging alles wahnsinnig schnell... Ich wurde von 2 Hebammen umgezogen und mein Mann füllte die Papiere aus. Dann musste ein Katheter gelegt bekommen, da sie Zeit drängte, ohne Narkose... das waren Schmerzen, wie ich sie noch nie erlebt habe. Ich habe den ganzen Kreißsaal zusammengeschrieen.
Dann wurde ich auch schon in den OP gebracht und musste die letzten Meter laufen und auf den OP-Tisch steigen. es war ehrlich unheimlich, um mich herum waren lauter Frauen in OP Kleidung und Mundschutz. Eine Dame merkte aber meine Angst und nahm meine Hand. Ich erkannte, dass es die Hebamme war, die mir den Katheter gelegt hatte. Sie lächelte und sagte: "Wir holen jetzt ihr Baby!". Dann hörte ich nur, wie die Ärztin sagte: "Wir können jetzt anfangen". Dann wurde mir die Maske auf den Mund gelegt und ich schlief ein.
Als ich zu mir kam, wurde ich in den Kreißsaal geschoben und fragte nach meinem Baby und man sagte mir dem Baby geht es gut und es ist bei meinem Mann. Ich wollte dann nur wissen, wo die Beiden sind und man sage mir im Kreißsaal, wo sie mich gerade hinbringen.
Dann sah ich sie und ich konnte endlich mein Baby in die Arme nehmen. Es war ein überwältigendes Gefühl und eigentlich nicht zu beschreiben und mein Kopf hat verschiedenes von diesem Tag gelöscht.
Mein Blutdruck war mittlerweile bei 220/110 und man versuchte dort jetzt diesen zu senken.
Mein Mann sollte das Bonding übernehmen und ich sollte schlafen. Die nette Hebamme fragte uns, ob wir ein Wassereis haben möchten und was soll ich sagen, es war das beste Wassereis meines Lebens.. ich hatte solchen Durst und fragte, ob ich noch eins haben kann :D
Ich wurde immer nur mal wach als der Blutdruck gemessen wurde oder ich wieder Medikamente bekam.
Gegen 4 Uhr morgens wurden wir dann aufs Zimmer gebracht und haben erstmal noch die Reste gegessen und was wir noch so hatten :D
Dann haben wir einfach erstmal geschlafen.
Am nächsten Tag wurde einem erstmal alles bewusst, das Baby ist da!!!
Wie gefährlich die Situation für uns beide war, war mir allerdings erst ein paar Tage später wirklich bewusst geworden. für mich war wichtig, dass der Kleine da war und es ihm gut ging.
Ich war ziemlich schlapp und erschlagen, mein Blutdruck trotz vieler Versuche und Ruhe viel zu hoch und immer wieder wurde ich gefragt, ob ich verschwommen sehe oder Sternchen, rauschen im Ohr oder Kopfschmerzen habe, was ich verneinte.
ich hatte eine Langzeitinfusion und war damit mehr oder weniger ans Bett gefesselt, weil der Akku des Geräts noch nicht mal bis zur Toilette reichte.
Das erste Aufstehen nachdem Kaiserschnitt, war nicht ohne. das waren wirklich sehr unangenehme Schmerzen und ich hab es erst auch nur hin zum Bad geschafft, aber nicht zurück.
Was für mich aber eigentlich das Schlimmste an der Zeit war, war dass ich meinen kleinen Sohn nur bei der Geburt mal halten konnte, danach ging es wegen meiner Hand, die immer dicker wurde wegen der Nadel im Arm und eben der Nadel die genau in der Beuge lag einfach nicht... ich hab Angst gehabt ihn fallen zu lassen, aber es nagte sehr an mir. Auch, dass mein Mann quasi ab Beginn alles machen musste, weil ich es nicht konnte...
Es waren jeden Tag Ärzte bei mir, eine Ärztin war jeden Tag mit dabei und besuchte mich sogar nach ihrem Feierabend.
Da mein Blutdruck einfach nicht runter ging musste ich insgesamt 5 verschiedene Medikamente nehmen und auch meine Blutwerte waren nicht gut, aber besser als bei der Geburt.
In einer Nacht kam man wirklich jede Stunde Blutdruck messen, ich habe kaum geschlafen und eine Schwester wehrte sich nachher und sagte, sie lässt mich jetzt mal schlafen, der Blutdruck konnte gar nicht runter gehen...
Am Mittwoch wurden die Internisten zugezogen und ich bekam ein Medikament zum entwässern für meine Hand und zudem natürlich für den Blutdruck und ab da wurde es gaaaaaaanz langsam besser..
Da ich über die Schwangerschaft sowas wie eine Weißkittel Hypertonie entwickelt habe, habe ich mit den Schwestern vereinbart, selbst zu messen und es wurde endlich mal besser.
Das war auch für meine Psyche eine Erleichterung, da ich mich wirklich ziemlich hängen ließ, was eigentlich nicht meine Art ist. Allerdings, wie soll man genesen, wenn man sich schlecht fühlt, sich 5 Tage nicht gewaschen hat bzw. konnte und ans Bett gefesselt ist...
Irgendwann durfte ich dann duschen und sagte bereits, wenn ich mal die Arme Frei habe, gibt es zwei Dinge, die ich sofort tun will. Erstens einen Zopf (Mein Mann kann schon viel, aber ein Zopf gehört nicht dazu) und ENDLICH mein Baby halten!!!
Was soll ich sagen, es war magisch und es ging mir dann auch endlich besser, was auch meinen Mann erleichtert hat.
Wir hofften freitags nach Hause zu können, da meine Werte, aber noch nicht so gut waren, musste ich noch bis Montag bleiben.
Witzig war tatsächlich die Sache mit dem Essen... ich war immer noch als Diabetikerin vermerkt und konnte mir so gut, wie nichts aussuchen zum Essen.. dabei gab es eine Liste, die lang war, wie mein Arm...Irgendwann kam man abends zu mir und meinte, ob es richtig ist, dass ich kein Brot habe... ich so, nein, ich kann einfach keins bestellen :D aber man hatte immer noch was übrig für uns. Einmal hatte ich kein Brot und mein Mann keinen Aufschnitt xD
Wir haben dann einfach alles alles über meinen Mann bestellt. Das ging auch.
Montag war es dann so weit... wir durften endlich nach Hause <3
Das einzig positive an dieser Situation war, dass ich endlich meinen Sohn hatte und halten konnte und dass ich nach der Geburt weniger wog als vor der Schwangerschaft :D
Triggerwarnung -Geburt -Notkaiserschnitt -Hellpsyndrom -Krankenhaus -Kontrollverlust -Traumatische Geburtserfahrung -Medizinische Komplikationen








